Die Rosa Luxenburg Stiftung Bund und Sachsen lädt am 15.10. zu einer spannenden netz- und medienpolitischen Konferenz nach Dresden ein. Die Themen reichen von Web 2.0 und Netzneutralität bishin zu Demokratie und Datenschutz. Mit dabei sind Constanze Kurz, Anne Roth, Andreas Schurig, Peter Stawowy, Dr. Cornelia Ernst, Julia Bonk (MdL) und Heiko Hilker. An dieser Stelle dokumentieren wir den Einladungstext:

„Wissen in Zukunft alle von allen alles ? Sicher, man muss damit rechnen, dass künftig jede Information, die einmal digital erfasst
ist, zukünftig auch für jedermann zugänglich sein kann. Der Grund: Die Kapazität zum Speichern und Transportieren von Daten
nimmt nach wie vor im gleichen Verhältnis zu wie ihr Preis fällt. Doch trotzdem können nicht alle auf all diese Informationen
zugreifen und sie nutzen. Warum nicht ?
Es heißt, dass Internet würde auch diktatorische Systeme demokratisieren. Die freie Rede, die offene, kritische Diskussion im Netz sei möglich, weil Verfolgung global bekannt würde. Dies würde einen absichern. Ist dies vielleicht ein Irrglaube? Es gibt nur wenige Fälle, in denen über das Netz Freiheit erkämpft wurde. Erleichtert das Internet nicht sogar die Verfolgung Andersdenkender ? In Deutschland zeigt sich, dass die gesellschaftliche und politische Diskussion im Netz eher abnimmt. Warum ?
Datenskandale lassen befürchten, dass die «Adressierbarkeit» der Geräte und damit des Nutzers neue Einfallstore für neue Akquisitionsstrategien werden können, die primär dem Anbieter und nicht dem Nutzer dienen. Bislang anonyme Nutzer werden zum gläsernen Kunden. Anfallende Daten werden zur Individualisierung der Angebote genutzt, aber auch an Agenturen verkauft, die sie ihrerseits zu Werbezwecken einsetzen.
Es geht um die Anwendung des Transparenzgebotes auf Institutionen, Verfahren und Prozesse, nicht aber um die Transparenz des Nutzerverhaltens.
Diese (eingeschränkte) Transparenz wird ohne eine Mitwirkung der großen Akteure unter den Plattformbetreibern nicht möglich sein. Doch wer kann sie verpflichten ?
Nutzerinnen und Nutzer müssen also wissen, welche Daten welche Wege nehmen, von wem welche Daten erfasst und für welche Zwecke verwendet werden. Wie kann der einzelne Nutzer Herr über seine Daten bleiben ? Wie kann er Einfluss nehmen, wofür sie verwendet werden ? Ist es Zeit für eine neue, breite Aufklärung ?

Die Konferenz startet am 15.10. um 11 Uhr und endet um 18 Uhr. Konferenzort ist die TU-Dresden, Potthoff-Bau, Raum 13.

Für die Teilnahme an der Konferenz wird ein Beitrag von 5€ (ermäßigt 3€) fällig. Aus Kalkulationsgründen wird bis zum 12.10.2011 um Anmeldung (Tel.: 0351/8048040302, e-mail: luxemburg.stiftung.dresden@t-online.de) gebeten.

Nähere Informationen entnehmt ihr dem Flyer und dem Plakat der Veranstaltung.